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Wie wir Spielerinnen aus dem Ausland in Stadt und Verein integrieren

Teil 2 des Blogs von Kathi Teufl, BTTV-Praktikantin und Spielerin beim Drittligisten DJK SB Landshut

Bei Betrachtung der Rangliste unserer ersten Damenmannschaft wird man erst einmal stutzig: neben mir selbst sind drei ausländische Spielerinnen gemeldet – und zwar alle drei aus Ungarn. Doch was wie ein Zufall erscheint, ist keiner. Die DJK SB Landshut hat eine Verbindung zu diesem Land, da eine der Vereinsverantwortlichen selbst gebürtige Ungarin ist.

Das Konzept, das hinter der Verpflichtung von drei ausländischen Spielerinnen liegt, ist jedoch weit mehr als nur eine Verstärkung der ersten Damenmannschaft. Was damals, vor vier Jahren, mit Zsuzsanna Nagy als Neuverpflichtung in der Oberliga begann, entwickelte sich Saison für Saison weiter. Mittlerweile haben wir sogar eine ehemalige Jugendnationalspielerin und Ex-Jugend-Europameisterin im Doppel in unseren Reihen. Und die war nicht erst ein Mal überrascht von der Stimmung, der Euphorie und dem Zusammenhalt, der in unserem Verein und unserer Mannschaft herrscht.

Spielerinnen sollen umfänglich integriert werden

Doch erst mal zum Aufbau des Ganzen. Der Verein will unabhängig von der Liga, in der wir antreten, Spielerinnen aufstellen, die in den Verein integriert werden und Teil des großen Ganzen sind. Dass unsere Frauenwartin selbst Ungarin ist und sich engagiert um unsere „Neuankömmlinge“ kümmert, ist ein absolutes Privileg. So sucht sie für die ungarischen Mädels vor Ankunft nicht nur eine Wohnung, sondern kümmert sich auch um berufliche Angelegenheiten. Doch auch wenn es mal Schwierigkeiten bei der Verständigung gibt, jemand krank wird und zum Arzt muss oder mal wieder ein Bewerbungsgespräch ansteht – auf unsere Susanna ist immer Verlass.

Dass „Susi“ Nagy die erste war, die sich entschlossen hatte, für längere Zeit nach Landshut zu kommen, wurde bereits erwähnt. Die 35-Jährige lebt mittlerweile seit September 2016 hier und hat sich beruflich achtungsvoll nach oben gearbeitet: Angefangen als Tellerwäscherin im Landshuter „Augustiner“ und als Jugendtrainerin, dann in der Apotheke und mittlerweile als Rezeptionistin in einer Physiotherapie-Praxis. Falls neben den eigenen Punktspielen mal Zeit ist, betreut sie außerdem eine unsere Jugendmannschaften. Und in ihrer Freizeit hat sie mittlerweile die Leidenschaft für bayerische Traditionen entdeckt und besucht unter anderem regelmäßig die Landshuter Dult, natürlich - so wie es sich gehört - in ihrem Dirndl.

Nach dem Aufstieg mussten Verstärkungen her

Nach dem Aufstieg in die Regionalliga war dem Verein und den Verantwortlichen klar, dass man sich um eine Verstärkung bemühen musste. Neben meiner eigenen Rückkehr nach drei Saisonen in Kolbermoor passierte dann kurz vor Wechselfrist noch ein kleines Wunder: Mirella Madacki hatte vom Umzug von Susi nach Deutschland gehört und sich entschlossen, zusammen mit ihrem Freund den Schritt vom Süden in Ungarn nach Landshut an die Isar zu wagen. Auch sie wohnt seit zwei Jahren hier und arbeitet seitdem fleißig in einem Altenheim und zwei Mal pro Woche als Jugendtrainerin. An dem Aufstieg in die 3. Bundesliga war sie maßgeblich beteiligt, denn sie verlor als neue Nummer 1 insgesamt nur vier Einzel und ein Doppel.

Dass mit Fanni Harasztovich nun eine dritte Ungarin den Weg zu uns gefunden hat, ist wohl wirklich kein Zufall mehr. Fanni kam zu Beginn der ersten Saison in der 3. Bundesliga als neue Spitzenspielerin und hatte von Anfang an keinerlei Probleme, sich in den Verein zu integrieren. Die 19-jährige hat mehrere Jahre Deutsch in der Schule gelernt – Englisch spricht sie aber auch fließend. Da sie in Budapest studiert, reist sie immer erst freitags zu den Spielen an, absolviert meist noch ein mannschaftsinternes Training und übernachtet dann bei einer von uns Spielerinnen.

Dass Sport integriert und verbindet, zeigen wir unter anderem mit unserer ersten Damenmannschaft. Aber auch, dass es mit der richtigen Unterstützung durchaus möglich ist, tischtennisbedingt Fuß in einem fremden Land zu fassen und sich beruflich, sprachlich und sozial weiterzuentwickeln.

Im dritten Teil des Blogs geht es darum, wie die DJK SB Landshut Durchmarsch von der Oberliga in die 3. Liga schaffte.

Zum 1. Teil

Über die Autorin: Kathi Teufl ist eine ehemalige bayerische Kaderspielerin und frühere Bundesfreiwillige beim BTTV. Die 23-Jährige hat Ende März ihr Bachelorstudium Sportwissenschaft abgeschlossen und macht momentan ein Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit des BTTV. Sie spielt in der 3. Bundesliga Süd und berichtet in einem Blog über ihren Verein DJK SB Landshut, wo Breiten- und Leistungssport aufeinandertreffen. Die Landshuter standen in ihrer Bundesliga-Premierensaison bei Saisonabbruch auf Rang vier.

Landshuter Fans und Impressionen beim Auswärtsspiel in Fürstenfeldbruck (Fotos: David und Veronika Carstens)
Kathi Teufl

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